Allgemeines zum Event


Fortsetzung folgt?

(Wie) geht’s weiter mit „Rad & Roll“?
Am 21.10.2017 traf sich das Organisationsteam des Events 2017 zu einem gemeinsamen Rückblick der Veranstaltung vor ca. vier Wochen. Thema war auch eine eventuelle Neuauflage in 2018.
Nach aktuellen Plänen soll die Veranstaltung auch im kommenden Jahr wieder durchgeführt werden. Wir halten euch daher gerne über diese Homepage auf dem Laufenden.


Ein Rückblick: Die Veranstaltung „Rad & Roll“ am 16./17.09.2017

Kurzinfo

Der Event „Rad & Roll“ 2017 war eine internationale und inklusive Sportveranstaltung am Bodensee, die im September dieses Jahres unter der Schirmherrschaft von Verena Bentele zum ersten Mal stattfand und an der verschiedene Akteure beteiligt waren:
Im Jahr 2017, passend zum 200-jährigen Geburtstag des Fahrrads, wurden die deutschen Radsport-Meisterschaften der Schwerhörigen und Gehörlosen mit zusätzlicher internationaler Ausschreibung in Friedrichshafen ausgerichtet. Durch dieses länderübergreifende Angebot genießt der Event „Rad & Roll“ internationale Aufmerksamkeit.
Radsportler ohne Hörminderung konnten sich bei einem Jedermann-Zeitfahren, welches als Friedrichshafener Stadtmeisterschaft ausgetragen wurde, miteinander messen.
Ergänzend dazu wurden ein Wettkampf im Speedskating sowie ein Handbikerennen mit Möglichkeit zur nationenübergreifenden Teilnahme ausgetragen.
Der Event „Rad & Roll“ konnte überdies auch mit einem umfangreichen Rahmenprogramm durch weitere Veranstaltungen und Vereine aufwarten, die in und um Friedrichshafen ihren Sitz haben und beim Event präsent waren.
Allen Akteuren gemeinsam ist, dass sie Sport auf Rädern oder Rollen betreiben und/oder einen sozial-inklusiven Schwerpunkt haben.
Als Anlaufstelle für alle Sportler/innen, Beteiligten, Besucher/innen, Unterstützer/innen und Interessierten zum Event „Rad & Roll“ 2017 wurde diese Webseite geschaffen. Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern und Recherchieren der Informationen.

Deutsche Gehörlosen-Meisterschaften im Radsport:
Highlight der nationalen Gehörlosen-Radsportler

Der wichtigste nationale Termin im Jahreskalender der deutschen Gehörlosenradsportler, welcher unter anderem mit Weltklasseathletinnen und -athleten der Szene besetzt war, fand Mitte September 2017 erstmals am Bodensee statt. Die Titelkämpfe im Einzelzeitfahren (Samstag) und Straßenrennen (Sonntag), wo sich wieder die besten deutschen Radrennfahrer/innen küren lassen durften, wurden in diesem Jahr vom GSC Bodensee e.V., der 2018 sein 50-jähriges Vereinsjubiläum feiert, in Kooperation mit dem Radsportverein Seerose Friedrichshafen e.V. organisiert und durchgeführt. Die beiden Meisterschaftsrennen der Gehörlosen waren mit knapp 30 Teilnehmer/innen besetzt.
Die deutschen Meistertitel im Radsport wurden jeweils von dem Münchner Peter Hiltl (Elite Männer), dem Berliner Carl-Heinz Sänger (Senioren) und der Lokalmatadorin aus Friedrichshafen, Bianca Metz (Elite Frauen) eingefahren.
Am Samstag konnten außerdem alle, die Lust hatten, beim Jedermann-Zeitfahren (ausgetragen als Friedrichshafener Stadtmeisterschaft) im Anschluss an die deutschen Radsport-Meisterschaften der Gehörlosen im Einzelzeitfahren auf der gleichen Strecke das Rennfeeling selbst erleben. Hier waren gut 20 Sportler beteiligt. Für die Jedermänner wurden die Kategorien Einzelstarter, Paar– und Teamzeitfahren angeboten.

Speedskating- und Handbikerennen:
Eine einzigartige Plattform

Im Anschluss an das Straßenrennen der Gehörlosen (Sonntag) wurde im Rahmen des Events „Rad & Roll“ auf derselben Wettkampfstrecke ein Speedskatingrennen geboten, für welches sich knapp 40 Skater angemeldet haben.
Die Besonderheit: Im Rahmen des Baden-Württemberg Inline-Cups in Ettenkirch wurden die liechtensteinischen Landesmeisterschaften ausgetragen. Neben den starken Schweizer Skatern wurden also auch die Besten aus Liechtenstein an der Startlinie erwartet.

Im Anschluss folgte am Sonntagabend als großer Programmpunkt noch ein weiterer Run auf Podestplätze: Das Handbikerennen mit etwa 10 gemeldeten Teilnehmern. Hier hatten einige bekannte Paracycler aus der Region sowie aus anderen Teilen Süddeutschlands teilgenommen. Wie das Gehörlosenrennen und der Speedskatingwettkampf war auch das Handbikerennen für Sportler/innen aus den angrenzenden Nachbarländern ausgeschrieben.

Rahmenprogramm mit zahlreichen Akteuren:
Bundesweit einzigartiges Konzept

Neben den drei Outdoor-Wettkämpfen auf einem Rundkurs durch Ettenkirch durften sich die Sportler/innen, Zuschauer/innen und Fans auf weitere interessante Veranstaltungen im Rahmen des Events „Rad & Roll“ 2017 freuen.
Insgesamt über ein Dutzend Vereine, Gruppen und andere Beteiligte aus und um Friedrichshafen mit sportlichem und/oder gemeinnützigem Schwerpunkt hatten sich an diesem Wochenende unter der Schirmherrschaft von Verena Bentele gemeinsam in einer einmaligen Konstellation präsentiert.

Somit verfolgt „Rad & Roll“ nicht nur rein sportliche Zwecke, sondern versucht, die sportliche Leistung mit sozialen Aspekten zu verbinden und sämtliche Friedrichshafener Sportvereine auf Rädern & Rollen bei einem gemeinsamen Projekt zu repräsentieren.
Ihre Teilnahme und Mitwirkung am Event 2017 zugesagt hatten auch der erfolgreiche Paracycler Wolfgang Stöckl aus Weiden in der Oberpfalz (Nationalkaderathlet, Finisher des Race Across America) und Karl-Heinz Sonner aus Österreich (unter anderem Weltmesiter im Triple-Ultra-Triathlon) als Ehrengäste.
Die Veranstaltungen rund um Einrad, Kunstrad und Radball wurden von Florian Blab moderiert (sechsfacher Vizeweltmeister 1er-Kunstrad).
Alleine für die drei Haupt-Wettkampfveranstaltungen um die Gehörlosen-DM, das Speedskatingrennen und das Handbikerennen waren ca. 100 Sportlerinnen und Sportler gemeldet. Zahlreiche weitere Athleten hatten das Rahmenprogramm gestaltet.

Ein Einblick in den Gehörlosen-Sport in Deutschland

Der Gehörlosen-Sport besteht in Deutschland seit etwas mehr als 100 Jahren und ist im Dachverband DGS (Deutscher Gehörlosen-Sportverband) organisiert. Die Sparte Radsport ist noch recht jung, sie wurde in den 70er Jahren gegründet. Daneben gibt es noch über ein Dutzend weitere Fachsparten im Leistungs- und Breitensport, zum Beispiel Fußball, Schwimmen, Tennis oder Volleyball. Teilnahmeberechtigt an den Wettkämpfen der Gehörlosen sind alle, die eine Hörminderung von mindestens 55 dB auf dem besseren Ohr haben. Im Wettkampf müssen alle schwerhörigen Teilnehmer ihre Hörhilfen (Hörgeräte und/oder Cochlea Implantate) abnehmen, damit eine Gleichstellung zu den gehörlosen Sportlern gewährleistet ist. Dadurch ergeben sich auch andere Wege der Kommunikation im Wettkampf: Akustische Signale des Kampfgerichts, zum Beispiel Glocken, werden durch visuelle, etwa Fahnen oder Schilder, ersetzt.
Mitte Juli 2017, zwei Monate vor den deutschen Meisterschaften, wurden außerdem die 23. Sommer-Deaflympics (von engl.: „deaf“ = taub) in der Türkei ausgetragen: Das sind die Olympischen Spiele für Gehörlosen-Athleten verschiedener Sportarten aus ganz Deutschland, die im Vierjahresrhythmus und immer ein Jahr nach den Olympischen Spielen stattfinden. Damit fand sich in diesem Jahr neben den deutschen Meisterschaften ein weiterer Saisonhöhepunkt für die Radrennsportler/innen.
Bei den diesjährigen Deaflympics konnten sich die deutschen Frauen um Isabelle-Sophie Boberg im Kampf um eine Bronzemedaille im Punkterennen gegen das Gros der Weltelite im internationalen Gehörlosen-Radsport durchsetzen. Die Olympioniken der deutschen Gehörlosen-Radsport-Nationalmalmannschaft, drei Frauen und drei Männer, standen auch bei  „Rad & Roll“ 2017 am Start.

13765729_1063332360423507_5570451487852868816_o
Alljährliches Gehörlosen-Radrennen in Landshut, April 2016

Kontakt zum Seitenadmin per E-Mail: radroll2018@online.de

Advertisements